Teil 2

Abholung in der Pflegestelle, Fahrt bis Krefeld, wo sie von einer Tierschützerin übernommen wurde, dann Fahrt nach Würzburg, wo sie von Frau E., dem Partner und dem großen Hund Kuno, empfangen wurde. Alles fremde Menschen, fremder Hund und natürlich alles sehr, sehr aufregend für Mia. Kuno wurde, vielleicht war er etwas zu aufdringlich, sofort "platt" gemacht von Mia. Irgendwie verständlich nach der vorherigen Aufregung.

Die Fahrt nach München verlief problemlos. Im neuen Zuhause, wo eine 10 Jahre alte Dackelmixhündin und ein vier Monate alter Urlaubswelpe sie empfingen, hat sie erst mal knurrend ihre Position klar gemacht. Sie disziplinierte den Welpen, was nicht geschadet hat, und schleckte beide ab......aber knurrend. Abends entspannte sich die Situation und es schien alles in Ordnung zu sein. Aber nein. Am nächsten Tag trauten sich die zwei "Kleinen" nicht mehr unter dem Tisch hervor, weil Mia, die überaus liebe und soziale Mia, sie nur belauerte. Frau E. konnte sie nicht aus den Augen lassen und hatte Angst, dass etwas passieren würde.

Mia reagierte auch sehr eifersüchtig, wenn die anderen Hunde sich "ihrem" Frauchen näherten. Sämtliches Spielzeug wurde in Beschlag genommen und bewacht und abgegeben wurde nichts. Da wir, verständlicherweise, in regem Telefonkontakt standen, war ich über Mia`s Verhalten bestens informiert.
Sie war überglücklich, wenn sie mit ihrem Frauchen alleine war, spazieren ging oder spielte. Dann war es unsere Mia. Aber waren die anderen Hunde dabei, wurde nur belauert und geknurrt. Das ging natürlich nicht. Wir wussten zwar beide, Frau E. und ich, dass Mia`s Verhalten reine Unsicherheit ist und sie Geduld und Zeit braucht, beschlossen aber trotzdem, aus Angst um die kleinen Hunde, dass Mia diese Woche Mittwoch in eine Pflegestelle kommt. Es tat mit so leid für Mia; ich konnte aber auch die Situation von Frau E. verstehen. Insgeheim hoffte ich, dass Mia in den paar Tagen wieder zu unserer super lieben Mia wird, die alle Hunde akzeptiert und abschleckt. Und so kam es auch.

Von Freitag auf Samstag hatte Frau E., jetzt werden alle Hundefachleute sagen "um Gotteswillen", mit Mia zusammen auf der Couch geschlafen bis drei Uhr in der Früh! Und Mia hat es genossen, wurde zusehends ruhiger, entspannter und schlief tief und fest. Selbst der Welpe durfte sich dazu legen; und morgens lagen sie auch noch so da. Frau E. meinte bei unserem täglichen Telefonat, sie hätte gemerkt, dass die Mia das braucht und das ihr das gut tut. Sie hatte recht. Von da an gings bergauf! Als am Sonntag dann noch der Spaziergang mit Kuno klappte, sie spielten und tobten zusammen, war es klar, dass Frau E. mich Montag anrief und sagte: Mia bleibt. Ich weiss gar nicht, warum ich so nervös war. Sie ist eine wahnsinnig liebe Hündin. Es waren zwar nur vier Tage, allerdings für Mensch und Tier vier stressige Tage. Aber es hat sich gelohnt. Ein Dankeschön an Frau E., dass sie nicht aufgegeben hat und Mia wieder so werden konnte wie sie war.

Vielleicht macht dieser kleine Bericht allen Mut, bei anfänglichen Problemen durchzuhalten. Es lohnt sich (s. die Fotos ;-)


Mia - ein Hund mit Schicksal im Glück


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