Ich beginne am besten damit, daß mein Mann und ich bereits Besitzer eines Bassetrüden im Alter von knapp zwei Jahren sind und mein Mann ein Ebenbild unseres Hundes bei eBay als Plüschtier in Original-Größe entdeckt hatte. Tja…es kam, wie es kommen mußte…der Plüschhund zog bei uns ein. Für unseren Basset, der übrigens Aurelio heißt, war es die pure Enttäuschung. Nachdem der Paketbote den Plüschgesellen gebracht hatte und dieser ausgepackt war, meinte doch Aurelio, daß er tatsächlich einen Artgenossen vor sich hätte und versuchte diesem sofort die Ohren und die Schnauze zu putzen. Nachdem sein neuer Freund jedoch nicht reagierte, machte er sich auf an das andere Ende, um wenigstens mal zu schnuppern…dann war die Enttäuschung aber noch größer und unser „Kleiner“ ließ beleidigt seine hübschen Ohren hängen und trollte sich davon.
Das mal als Vorgeschichte, denn das eigentlich Abenteuer beginnt erst jetzt. Meinem Mann und mir war sehr schnell klar, daß Aurelio eine „Kumpeline“ für seine Streiche und sein Seelenheil braucht und er nicht mehr länger alleine leben sollte. Gesagt – getan. Die Internetseite „Basset in Not“ war meinem Mann und mir ein Begriff und wir besuchten die Seite im Netz. Schnell war ein „passendes Mädchen“ für unseren Aurelio gefunden und das Kontaktformular ausgefüllt. Gespannt warteten mein Mann und ich auf Antwort und diese ließ nicht lange auf sich warten. Leider stellte sich heraus, daß die von uns ausgesuchte Hündin bereits so gut wie vermittelt war. Frau Schwarz (von der Wild Viking-Meute) teilte uns jedoch mit, daß eine altersmäßig passende Hündin über Jannadogs von Frau Wache zur Vermittlung frei wäre. Die Lady wäre in Spanien in einer Pflegefamilie und auf der Suche nach einem eigenen Zuhause. Ich fragte Frau Schwarz gleich, ob es denn von der Dame eventuell Fotos geben würde, die sie uns per E-Mail zukommen lassen könnte. Es gab Bilder und die Mail wurde von meinem Mann und mir fiebernd erwartet. Nachdem die Bilder angeguckt waren, war die Sache schnell entschieden…Heiniken sollte die Gefährtin für unseren Aurelio werden. Das Alter der jungen Lady paßte perfekt und sie war nach Auskunft von Frau Schwarz ein aufgewecktes und lustiges Mädel. Besser hätten wir es nicht treffen können. Ich rief Frau Schwarz umgehend an und teilte ihr mit, daß wir gerne „unsere“ Heiniken zu uns holen wollten. Danach wurde der Kontakt zu Jannadogs und Frau Wache hergestellt und die Formalitäten für unsere kleine Dame erledigt. Nun hieß es auf entsprechende Flugpaten zu warten. Mein Mann und ich waren derart „hundeschwanger“, daß wir nicht länger warten wollten und mein Mann die Idee hatte, doch selbst zu fliegen und unsere „Maus“ zu holen. Diesen Entschluß teilten wir Frau Wache natürlich gleich mit und wir suchten per Internet nach einem passenden Flug. Dieser war recht schnell gefunden und das Abenteuer „Hundedame aus Malaga nach Hause holen“ konnte starten.
Mein Mann flog also beladen mit einer entsprechend großen Flugbox nach Malaga und brachte die Hundedame aus dem sonnigen Spanien nach Deutschland. Er fungierte gleichzeitig als Flugpate für ein kleines Hundekind (Rubia), welches ebenfalls ein Zuhause in Deutschland gefunden hatte und sehnsüchtig erwartet wurde. Für mich war der Tag schlimmer als für meinen Mann…ich mußte schließlich zu Hause nichts weiter machen als zu warten…zu warten…zu warten. Die Zeit schien überhaupt nicht vergehen zu wollen. Mehrmals telefonierte ich mit meinem Mann, der im sonnigen und warmen Spanien den Tag verbrachte und auf die Übergabe unseres Mädels wartete. Er war genauso gespannt wie ich und wir zählten die Stunden bis zum Rückflug. Das letzte Telefonat vor dem Rückflug machte mich noch nervöser, denn mein Mann meinte, daß es eine ganz süße Maus sei und sie richtig niedlich sein würde…tja…er hatte Heiniken ja schon gesehen und geknuddelt. Och menno…aber auch für mich sollte der Zeitpunkt kommen, daß ich unsere Bassetdame knuddeln konnte.
Endlich wurde es Abend und ich fuhr zum Flughafen, um meinen Mann und vor allem unsere kleine Lady in Empfang nehmen. Das Ehepaar des Hundekindes war auch am Flughafen und genau wie ich, ziemlich nervös, ob denn alles gut klappen würde. Der Flug landete pünktlich und ich konnte durch die Scheibe am Ausgang der Passagiere meinen Mann mit der Flugbox stehen sehen. Leider wollten die Beamten des deutschen Zolls alles genau überprüfen und hielten meinen Mann auf…es hieß also wieder warten…und warten…und warten.
Juhuu…mein Mann durfte unsere Lady und das Hundekind endlich mitnehmen und er wurde mehr als sehnsüchtig erwartet. Die andere Familie nahm selbstverständlich gleich den kleinen Racker in Empfang und ich begrüßte kurz meinen Mann und guckte sofort in die Flugbox, aus der ein kurzes Jammern zu vernehmen war. Ich habe die Tür der Box sofort geöffnet und da war sie…die kleine Schönheit aus Spanien, die so hieß, wie das spanische Bier…Heiniken.
Unsere Heiniken wedelte mit dem Schwanz und freute sich, daß sie endlich aus der Flugbox raus konnte…ich konnte nicht anders und habe sie gleich liebevoll beschmust. Sie genoß die ersten Streicheleinheiten ihrer neuen Familie und dann ging’s auf den Heimweg zu ihrem neuen „Kumpel“ Aurelio, der auch schon ungeduldig wartete. Zuhause angekommen tippelte Heiniken selbstbewußt durch die Tür und unser Aurelio war außer sich…um nicht zu sagen, er stand kurz vor einem Kollaps. Jep…Jep…endlich ein Artgenosse und vor allem ein lebender und nicht aus „ollem“ Plüsch. Heiniken und Aurelio verstanden sich sofort…eben ganz basset-typisch. Beide waren aufgeregt und es wurde geschnuppert, geschleckt und eben das gesamte Schauspiel des Kennenlernens lehrbuchgerecht durchgeführt. Wobei zu bemerken wäre, daß die Dame dem Herrn mal ganz ordentlich die Meinung geknurrt hat, als er zu aufdringlich wurde. Das ist aber in Ordnung, der junge Flegel kann sich doch nicht alles herausnehmen. Heiniken bekam in dieser Nacht noch eine Mahlzeit und dann machte die junge Dame es sich unter Gefiepe von Aurelio auf dem Sofa bequem und schlief sichtlich entspannt ein, denn sie hatte ja einen langen Tag hinter sich und ihr Leben änderte sich von Grund auf…aber das ist eine neue Geschichte.
Halt…ganz kurz wäre noch zu erwähnen, daß Heiniken nicht mehr den Namen des spanischen Bieres trägt, sondern umgetauft wurde in „Neva“ und es einen rundum glücklichen Bassetrüden gibt, der seine „Frau“ für nichts auf der Welt mehr hergeben würde, was auch die neuen „Zweibeiner“ der Dame nicht machen würden, denn Neva ist durch und durch ein Bengelchen, die nun zu uns gehört und uns und Aurelio glücklich macht.
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