17.11.2006 - Tag der Ankunft

Am Vormittag machte ich mich auf den Weg und war auch schon ganz aufgeregt, was mich in Spanien wohl erwarten würde. Wie versprochen holte mich Daniel, der im Tierheim arbeitet, ab und wir fuhren direkt ins Tierheim. Ich wollte mich gar nicht umziehen, denn ich wollte unbedingt dort hin - Anziehsachen kann man ja waschen.

Tja, ich fragte mich, ob ich denn dort in alle Zwinger gehen kann. Ob es dort wohl Hunde gibt, die vielleicht böse sind, weil man sie unter Umständen geschlagen hatte und sie den Menschen nun nur noch so entgegentreten möchten?? Nun, diese Frage stelle ich mir nun nicht mehr, denn es ist einfach der helle Wahnsinn wie lieb die alle sind, was auch immer ihnen mal passiert ist.

Die ersten Eindrücke waren sehr überraschend für mich. Auf den Bildern kam mir immer alles viel größer vor, selbst auf den Fotos, die ich gemacht hab jetzt, doch ich war erschrocken, wie die Zwinger in Wirklichkeit sind. In einem einzelnen Zwingern sind einige Hunde untergebracht. Kein Wunder, warum Spanier immer so sozial sind, wenn sie auf so engem Raum mit so vielen anderen leben müssen.




Eingang zum Tierheim

 Ich war voller Tatendrang. Ich ging mit ein paar Hunden spazieren, die man mir in die Hand drückte. Es tat gut zu spüren, wie glücklich die Hunde waren, weil sie mal *vor die Türe durften*. Richi, der nun in Deutschland ist, sprang wie ein Floh und freute sich über das Gras. Das Gras fanden die meisten einfach super und einige legten sich dort rein und wollten gar nicht aufstehen. Immer wenn ich zurück kam, fragte ich mich, welchen der VIELEN Hunde ich mir wohl nun nehmen sollte? Wem sollte ich den *Luxus* schenken, sich mal außerhalb des Zwingers bewegen zu dürfen? Warum den von den über 200 Hunden, warum einen anderen nicht? Schließlich wollen sie dies doch alle und meine Zeit war ja begrenzt.



So verging der erste Tag wie im Flug und von den Eindrücken sozusagen *benebelt* versuchte ich einzuschlafen - auch wenn die vielen neuen Bilder doch immer wieder auftauchten. Ich fragte mich, wo kann ich denn nun am besten helfen? Wo ist es am wichtigsten? Denn eigentlich war Bedarf an allen Ecken. Sollte ich nun spazieren gehen - war das wichtiger? Oder besser streicheln, Aufmerksamkeit schenken - war das wichtiger? Sollte ich Fotos machen, damit wir durch ein *Foto* ein neues Zuhause suchen können - war ein Foto wichtiger? Ich wußte keine Antwort und hoffte, sie am nächsten Tag zu finden.



Den großen Sack mit Spenden wollten wir persönlich übergeben.



18.11.2006

Am frühen Vormittag ging es auch direkt wieder hoch zum Tierheim. Ich freute mich, denn an diesem Tag kamen ein paar Einheimische, die zum spazieren gehen vorbei kamen, um den Hunden damit eine Freude zu machen. Es war schön dies zu sehen und ich rechne dies diesen Leuten sehr hoch an, denn es ist wirklich harte Arbeit immer wieder und wieder die Hunde aus den Zwingern zu holen, andere dann auch drin zu lassen, die sich fragen wieso darf ich nicht raus und mit diesen dann eine *Runde* zu drehen.

So, ich konnte mich also nun anders nützlich machen und entschied mich, Fotos zu machen. Es zeigte sich aber, das dies gar nicht so einfach war. Die Hunde - ausgedürstet nach Liebkosungen - kamen angerannt und ließen mir gar keine Zeit fürs Foto machen.



Sie kamen alle ja direkt zu den Gittern und buhlten um die besten Plätze, nur in der Hoffnung von diesem Menschen, der da jetzt steht, gestreichelt zu werden.



Eine Hand die streichelt ..... ... wird dort mit TAUSENDEN von Küsschen gedankt.



Und so mancher will einen nicht mehr loslassen. Dieser hier war so liebesbedürftig, er wollte mich gar nicht mehr gehen lassen.



...selbst so ein Kuschelbär wie dieser Berni war total verschmust.



Oder gar der Minihund Lulu. 



Es ist einfach der Wahnsinn und man kann sich das wirklich nicht vorstellen. Wenn man so einen Zwinger betritt, springen dich manchmal 8 Hunde gleichzeitig an. Einfach dankbar für diesen Besuch und voller FREUDE. Die pure Freude zu erleben, ist unvorstellbar. Wenn man das sieht, weiß man, wie verwöhnt wir - oder zumindest ich und mein Umfeld - sind. Sogar meine Hunde leben dagegen im puren Luxus, denn sie erhalten ganz sicher täglich ihre Streicheleinheit. Die spanischen Hunde dort freuten sich schon allein über diese streichelnde Hand - echt wahnsinnig.



und dann noch einer hübscher als der andere



... und völlig unverständlich, warum diese Tiere im Tierheim landen mußten. Manche wurden von den Familien sogar direkt abgegeben, weil diese sie nicht mehr halten können. Aus Gründen wie *Allergie* oder anderer Dinge. Diese Hunde leiden dann besonders stark und für sie ist es kaum zu verstehen. Diese Hunde müßten am besten so schnell wie möglich in ein neues Zuhause.



...so wie diese drei.



oder dieser hier - ebenfalls aus einer Familie. 



Aber auch die vielen Welpen. Welpen, die es komischerweise bei uns hier so schwer haben.



... holst Du mich? 



ABER auch die vielen Katzen. So wie Kater Addi. Der einzige unter den vielen vielen Katzen, der Katzenaids hat und seine Chancen daher SEHR schlecht sind. Ihm läuft die Zeit davon.



aber auch kleine Katzen 



und natürlich viele viele große. 



Kleine Zwerge 



aber auch die wenig Kranken ...wie diese Podenca links im Bild.



... sie alle haben ein Zuhause verdient.

Wie soll ich es sagen: Es ist sehr beeindruckend für mich gewesen und ich wünsche mir nichts mehr als für all diese Hunde ein schönes Plätzchen zu finden. Aber dies nicht aus Mitleid. Nein, einfach nur deswegen, weil es einfach super tolle Hunde sind, die ein Zuhause verdient haben, bei Menschen, die sich der Veranwortung bewußt sind und diesen nie wieder den *Schmerz* der Trennung von den Menschen zufügen wird.

Einmal sagte eine Frau zu mir: Ob das so richtig ist, diese spanischen Hunde, die teilweise von der Straße kommen, zu uns in eine Stadtwohnung zu holen. Die kommen sicher gar nicht damit klar ....... nun weiß ich, wie unwahr dieser Gedankengang ist! Und wie die sich über so eine Stadtwohnung freuen würden - dies kann ich nun, nach meinen Erlebnissen über diese wirklich tollen Hunde mit gutem Gewissen sagen. Trauen Sie sich!



19.11.2006

Ein Wochenende der vielen Eindrücke ging zu Ende ... doch ich weiß, ich lasse all diese tollen Hunde zurück bei Menschen, die es wirklich gut mit ihnen meinen ...

... einer Bettina - eigentlich die Katzenmama, die sich für die Tiere aufopfert.



Die sich nach der Arbeit im Tierheim ... sogar noch um die Straßentiere kümmert.



Einer Susanna, die diesen Tieren genauso helfen möchte wie wir und mit uns einen super netten Kontakt hält. Die für uns ins Tierheim geht, neue Fotos macht und uns die Hunde vorbereitet - selbst wenn ein kleiner Angsthase wie Richi ein wenig aufgebaut werden muß, was ihr auch gelungen ist.



Richi Konnte mit seinem *Blick* sein neues Frauchen überzeugen. Tolle Berichte bekommen Sie, wenn Sie auf das Bild klicken!



Daniel, Celia und Bettina 



Einem Daniel, der die Arbeit im Tierheim einfach liebt

... aber auch die vielen vielen freiwilligen Helfer drum herum.

DANKE für dieses Wochenende!

Wir werden versuchen Euch zu unterstützen, sofern es in unserer Macht ist und wir Leute finden, die diesen Mut aufbringen werden. Ich kann nur für meine Person sagen: Immer wieder einen Spanier, denn die sind so sozial und liebesbedürftig - das echt der Hammer!

Eure Steffi



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Besuch in Spanien im August 2007